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Justizvollzugsbeamter Gehalt & Verdienst auf Tabelle

Zuletzt aktualisiert am 12. Oktober 2026Redaktion aufsehertest.de

Mindestens rund 3.215 Euro brutto im Monat – das nennt Justiz NRW als Bezug im Einstiegsamt der Besoldungsgruppe A 7 nach bestandener Laufbahnprüfung im allgemeinen Vollzugsdienst. Während der zweijährigen Ausbildung weist dasselbe Land etwa 2.820 Euro brutto aus, zuzüglich Zuschlägen von bis zu rund 132 Euro. Wer bis in die Besoldungsgruppe A 11 befördert wird, kommt dort auf rund 5.257 Euro. Diese drei Zahlen gelten für Nordrhein-Westfalen und nur dort. Jedes Bundesland hat ein eigenes Besoldungsgesetz, und schon das Einstiegsamt liegt nicht überall in derselben Besoldungsgruppe.

Welche Besoldungsgruppe zum Einstiegsamt gehört

Das Grundgehalt hängt an der Besoldungsgruppe, nicht am Beruf. Wer wissen will, was er verdient, muss deshalb zuerst wissen, in welches Amt sein Land ihn nach der Prüfung einweist. Die folgende Übersicht führt zusammen, was die Justizverwaltungen selbst veröffentlichen.

Land Bezüge während der Ausbildung Besoldungsgruppe im Einstiegsamt Oberes Ende derselben Laufbahn
Baden-Württemberg vom Ministerium nicht beziffert A 8 A 12 (Amtsrätin/Amtsrat)
Bayern Anwärterbezüge, Höhe nicht beziffert A 7 A 9 mit Zulage
Hessen Entgeltgruppe EG 6 TV-Hessen, also Tarifentgelt statt Anwärterbezügen A 7 A 11 HBesG (Amtfrau/Amtmann)
Niedersachsen Grundbetrag 1.409,04 Euro zuzüglich Anwärtersonderzuschlag in Höhe von 50 Prozent des Grundbetrags A 7 NBesO von der Anstalt nicht beziffert
Nordrhein-Westfalen rund 2.820 Euro brutto zuzüglich Zuschlägen bis rund 132 Euro A 7, mindestens rund 3.215 Euro brutto A 11, rund 5.257 Euro

Quellen: Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg; Bayerisches Staatsministerium der Justiz; Karriereportal der hessischen Justiz; Justizvollzugsanstalt Hannover, Seite „Status und Verdienst“; Justiz NRW, Karriereportal. Abgerufen im September 2026.

Baden-Württemberg beginnt eine Besoldungsgruppe höher als die übrigen vier Länder, führt dafür aber innerhalb derselben Laufbahn bis A 12. Ein Vergleich allein über das Einstiegsamt greift also zu kurz: Entscheidend ist, wie weit die Laufbahn reicht und wie viele Planstellen ein Land in den oberen Ämtern vorhält.

Warum sich die Zahlen der Länder nicht direkt vergleichen lassen

Die Angaben in der Tabelle stammen aus fünf verschiedenen Quellen und meinen nicht dasselbe. Niedersachsen nennt einen reinen Grundbetrag von 1.409,04 Euro und weist den Anwärtersonderzuschlag getrennt aus. Nordrhein-Westfalen nennt rund 2.820 Euro und hat dabei bereits mehr eingerechnet. Hessen zahlt während der Ausbildung überhaupt keine Anwärterbezüge, sondern Tarifentgelt nach EG 6 TV-Hessen.

Vier Größen verschieben jede Zahl, bevor sie auf Ihrem Konto ankommt:

  • die Erfahrungsstufe innerhalb der Besoldungsgruppe, die mit den Dienstjahren steigt – A 7 ist nicht ein Betrag, sondern eine Spanne
  • der Familienzuschlag, der von Familienstand und Kinderzahl abhängt
  • die Zulagen des Vollzugsdienstes, die je Land verschieden geregelt sind
  • der Stand der Besoldungsrunde im jeweiligen Land, denn die Tabellen werden nicht bundesweit gleichzeitig angehoben

Wer zwei Länder gegeneinander abwägt, sollte deshalb die jeweils aktuelle Landesbesoldungstabelle nebeneinanderlegen und nicht zwei Werbezahlen von zwei Karriereseiten.

Was während der Ausbildung tatsächlich gezahlt wird

Der Vorbereitungsdienst ist bezahlt. In welcher Form, hängt vom Land ab, und der Unterschied ist größer als er klingt.

Dauer, Abschnitte und Prüfung des Vorbereitungsdienstes erläutert die Seite zur Justizvollzugsbeamter-Ausbildung.

In Niedersachsen sind Sie als Obersekretäranwärterin oder Obersekretäranwärter im JVD von Beginn an Beamtin oder Beamter auf Widerruf und erhalten Anwärterbezüge nach A 7 der Niedersächsischen Besoldungsordnung: Grundbetrag 1.409,04 Euro plus Anwärtersonderzuschlag in Höhe von 50 Prozent dieses Grundbetrags. Die Justizvollzugsanstalt Hannover rechnet als Beispiel vor, dass eine 21-jährige lediger Anwärterin ohne Kinder in Steuerklasse 1 derzeit auf rund 1.950 Euro netto kommt. Wer in Niedersachsen vor der Ausbildung als Tarifbeschäftigter anfängt, wird in den ersten acht Wochen nach Entgeltgruppe E 4 TV-L und danach nach E 6 TV-L bezahlt, was die Anstalt mit rund 2.000 Euro netto angibt.

In Hessen sind Sie während der zwei Jahre noch nicht verbeamtet, sondern Tarifbeschäftigte nach EG 6 TV-Hessen. Das wirkt sich auf Sozialabgaben und auf die spätere Anrechnung aus und ist bei einem Ländervergleich der wichtigste Posten, den man leicht übersieht.

Was netto übrig bleibt

Eine seriöse Nettozahl lässt sich hier nicht ausrechnen, und deshalb steht auf dieser Seite auch kein Nettorechner. Der Nettobetrag hängt von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, Kirchensteuerpflicht, Wohnsitzland und davon ab, ob Sie sich privat versichern und Beihilfe erhalten. Zwei Beamte derselben Besoldungsgruppe können sich im Nettobetrag um mehrere hundert Euro unterscheiden.

Was sich sagen lässt: Beamtinnen und Beamte zahlen keine Beiträge zur Arbeitslosen- und zur gesetzlichen Rentenversicherung, tragen dafür aber ihren Krankenversicherungsschutz anteilig selbst, soweit die Beihilfe ihn nicht deckt. Der Abstand zwischen Brutto und Netto fällt dadurch kleiner aus als bei Angestellten mit gleichem Bruttolohn – ein Vergleich mit Ihrem jetzigen Tarifgehalt über die Bruttozahl allein führt in die Irre.

Die einzige belastbare Nettoangabe, die eine Justizverwaltung in diesem Vergleich selbst nennt, ist das Beispiel der Justizvollzugsanstalt Hannover für Anwärter. Es gilt für genau die dort genannte Konstellation und nicht allgemein.

Welche Zulagen zum Grundgehalt hinzukommen

Der Dienst hinter Mauern wird zusätzlich vergütet, allerdings nicht überall gleich.

  • Vollzugszulage: Niedersachsen zahlt sie bereits während der Ausbildung, nach einem Jahr Dienstzeit 95,00 Euro und nach zwei Jahren 180,00 Euro.
  • Amtszulage: Bayern führt das oberste Amt der Laufbahn ausdrücklich als „Inspektor/in i. JVD mit Zulage“ in A 9 mit Zulage. Die Zulage gehört dort zum Amt, nicht zur Person.
  • Zuschläge während der Ausbildung: Nordrhein-Westfalen beziffert sie mit bis zu rund 132 Euro zusätzlich zu den rund 2.820 Euro.

Erschwerniszulagen für Dienst zu ungünstigen Zeiten regeln die Länder in eigenen Verordnungen. Da Wechselschichtdienst im allgemeinen Vollzugsdienst die Regel und nicht die Ausnahme ist, lohnt der Blick in die Erschwerniszulagenverordnung des eigenen Landes, bevor Sie zwei Angebote vergleichen.

Gefängniswärter, Schließer, Justizwache: wonach Sie eigentlich suchen

Drei geläufige Wörter führen bei der Gehaltsrecherche regelmäßig ins Leere, weil kein Landesbesoldungsgesetz sie kennt.

Gefängniswärter ist Umgangssprache. Eine Besoldungstabelle enthält diesen Begriff nicht; gemeint ist der allgemeine Vollzugsdienst, und die Bezüge stehen unter den Amtsbezeichnungen mit dem Zusatz „im Justizvollzugsdienst“.

Schließer beschreibt eine Tätigkeit, kein Amt. Wer danach sucht, meint in aller Regel denselben Dienst und findet die Zahlen ebenfalls unter A 7 aufwärts.

Justizwache ist nicht die deutsche Bezeichnung. Keine der fünf hier ausgewerteten Landesverwaltungen führt diesen Begriff; wer eine „Gehaltstabelle Justizwache“ sucht, landet deshalb bei Zahlen, die für Deutschland nicht gelten.

Für die Suche heißt das: Nehmen Sie die Amtsbezeichnung Ihres Landes und die Besoldungsgruppe, nicht das Alltagswort. Nur damit finden Sie die Tabelle, die für Ihren Bescheid maßgeblich ist.

Wie weit die Besoldung über die Dienstjahre reicht

Der Abstand zwischen dem Anfang und dem oberen Ende derselben Laufbahn ist beträchtlich. In Nordrhein-Westfalen liegen zwischen dem Einstiegsamt mit mindestens rund 3.215 Euro und dem Amt in A 11 mit rund 5.257 Euro gut 2.000 Euro brutto im Monat. Das ist die Spanne, in der sich eine Berufsbiografie im Vollzugsdienst bewegt.

Diese Spanne durchläuft aber niemand automatisch. Zwei Mechanismen wirken nebeneinander: Innerhalb einer Besoldungsgruppe steigen Sie mit den Dienstjahren durch die Erfahrungsstufen, ohne dass jemand darüber entscheiden müsste. Der Wechsel in die nächste Besoldungsgruppe dagegen ist eine Beförderung und setzt eine freie Planstelle voraus. Wie viele Planstellen ein Land in A 9, A 10 und A 11 vorhält, entscheidet dessen Haushalt, nicht Ihre Beurteilung allein.

Auf das Wort „mindestens“ in der Angabe von Justiz NRW lohnt sich dabei ein zweiter Blick. Rund 3.215 Euro sind der Wert am unteren Rand der Besoldungsgruppe A 7, also in der ersten Erfahrungsstufe unmittelbar nach der Prüfung. Wer nach zehn Dienstjahren noch in A 7 steht, verdient mehr als diese Zahl, ohne je befördert worden zu sein. Ein veröffentlichter Einstiegswert ist deshalb keine Aussage darüber, was ein erfahrener Kollege auf derselben Station bekommt.

Wenn Ihnen jemand ein Endgehalt nennt, fragen Sie deshalb nach, ob er die Erfahrungsstufe oder die Beförderung meint. Die eine kommt mit der Zeit, die andere nicht.

Was der gehobene Dienst bringt

Der gehobene Vollzugs- und Verwaltungsdienst beginnt in Bayern bei Regierungsinspektorin oder Regierungsinspektor in A 9 und reicht über A 10, A 11 und A 12 bis Regierungsrätin oder Regierungsrat in A 13. Der Zugang führt dort über ein dreijähriges duales Studium mit rund 20 Monaten Fachstudium an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, Fachbereich Rechtspflege in Starnberg.

Bemerkenswert ist die Überschneidung an der Nahtstelle: A 9 kommt in Bayern zweimal vor – einmal als Spitzenamt des allgemeinen Vollzugsdienstes, einmal als Eingangsamt des gehobenen Dienstes. Der Sprung lohnt sich finanziell also nicht sofort, sondern über die Jahre, weil die Laufbahn darüber weiterläuft. Was das Studium und der Dienst dort im Einzelnen verlangen, steht auf der Seite zum gehobenen Dienst in der JVA.

Was zur Anstaltsleitung hin gezahlt wird

Für Anstaltsleitung und Gefängnisdirektion nennen die ausgewerteten Karriereseiten keine Beträge. Was sie nennen, ist die Besoldungsgruppe, in der die jeweilige Laufbahn endet: In Bayern reicht der gehobene Vollzugs- und Verwaltungsdienst bis A 13, in Baden-Württemberg endet die Laufbahn des Vollzugsdienstes bei A 12.

Wer für diese Ämter eine Zahl sucht, findet sie nicht auf einer Bewerberseite, sondern in der Besoldungstabelle des Landes: Dort steht zu jeder Besoldungsgruppe und jeder Erfahrungsstufe ein Betrag, unabhängig davon, in welcher Behörde das Amt geführt wird. A 13 in der Justiz und A 13 in einer anderen Landesbehörde sind im Grundgehalt identisch; die Unterschiede entstehen über Zulagen und Erfahrungsstufe.

Umgekehrt heißt das: Eine Zahl, die im Netz für „Gefängnisdirektor“ kursiert, ohne dass Besoldungsgruppe, Land und Erfahrungsstufe dabeistehen, ist nicht überprüfbar und für Ihre Planung wertlos.

Ob Quereinsteiger anders bezahlt werden

Nein. Die Besoldung richtet sich nach dem Amt, nicht nach dem Weg dorthin. Wer mit 34 nach zehn Jahren im Handwerk in den Vorbereitungsdienst geht, erhält dieselben Anwärterbezüge wie eine 19-Jährige direkt nach der Schule und nach der Prüfung dasselbe Einstiegsamt.

Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ist deshalb weniger die Einstiegszahl entscheidend als die Frage, ob sie die Ausbildungszeit finanziell überbrücken können: Zwei Jahre auf Anwärterniveau sind für jemanden mit Facharbeitergehalt und laufenden Verpflichtungen ein realer Einschnitt. Die Zugangswege und die Altersgrenzen der Länder stehen auf der Seite zum Quereinstieg in den Justizvollzug.

Was Beschäftigte ohne Beamtenstatus in der Anstalt verdienen

Nicht alle, die in einer Justizvollzugsanstalt arbeiten, sind verbeamtet. Für sie gilt nicht die Besoldungs-, sondern die Entgelttabelle des Tarifvertrags der Länder, und die Beträge stehen in einer ganz anderen Systematik.

Niedersachsen beschreibt einen Weg, der für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger praktisch bedeutsam ist: Wer dort vor der eigentlichen Ausbildung als Tarifbeschäftigter im Vollzug anfängt, wird in den ersten acht Wochen nach Entgeltgruppe E 4 TV-L und anschließend nach E 6 TV-L bezahlt. Die Anstalt beziffert das mit rund 2.000 Euro netto. Erst danach beginnt der Vorbereitungsdienst mit Anwärterbezügen.

An Gerichten und Staatsanwaltschaften – also außerhalb der Anstalt – startet der Justizwachtmeisterdienst in Nordrhein-Westfalen ebenfalls im Tarifverhältnis, als Justizhelferin oder Justizhelfer in Entgeltgruppe 4 TV-L, mit späterer Verbeamtung in A 5 und Beförderung bis A 7. Das liegt spürbar unter dem allgemeinen Vollzugsdienst und ist ein anderer Beruf, auch wenn beide Bezeichnungen mit „Justiz“ beginnen.

Der Werkdienst innerhalb der Anstalt liegt dagegen auf demselben Niveau wie der allgemeine Vollzugsdienst: Niedersachsen weist ihn mit A 7 bis A 9 NBesO aus, verlangt dafür aber eine bestandene Meisterprüfung im Handwerk.

Wo die aktuelle Tabelle für Ihr Land steht

Verbindlich ist die Besoldungsordnung A in der Anlage des Landesbesoldungsgesetzes, ergänzt um die jeweils geltende Besoldungstabelle mit den Beträgen je Erfahrungsstufe. Karriereseiten nennen Näherungswerte, die Tabelle nennt den Betrag.

Welche Amtsbezeichnung in Ihrem Land zu welcher Besoldungsgruppe gehört, steht auf der Seite zu den Amtsbezeichnungen im Justizvollzug. Wer noch am Anfang steht und die formalen Hürden prüfen will, findet sie unter Voraussetzungen für den Justizvollzugsdienst.

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